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07.06.2019 – Bieler Lauftage – die Nacht der Nächte!

...der etwas andere Laufbericht.


Die Nacht der Nächte - 100 KM. Eigentlich weiss ich was auf mich zukommt und doch weiss ich es nicht - auf 100 KM kann so viel passieren!! Ich hab mich seriös darauf vorbereitet. Mein Ziel; den 100er zum 2.x zu finishen.


...nun ist es soweit: 07.06. - kurz vor 22:00 Uhr - die Schweizer Nationalhymne ertönt aus den Lautsprechern. 22:00 Uhr - der Startschuss erfolgt und das Lied ‚an Tagen wie diesen‘ wird abgespielt - man müsste es für Biel umschreiben ‚an Nächten wie diesen‘. Auf den ersten 22 Kilometer bin ich ohne Velobetreuung unterwegs. Ich bin voll in meinem Rennen. In der Stadt sind viele Leute am Strassenrand und in den Aussenquartieren ist es teilweise still, einfach nur still. Wie herrlich ist das denn - ich laufe einfach, einfach laufend glücklich.


16.9 Kilometer sind geschafft, es geht mir gut, bin jedoch froh, dass Erwin bei KM 22 dazukommt - mein Trinkgurt drückt auf den Magen. Yeeesss - Erwin ist da, bald sind KM 30 geschafft. Es regnet immer wieder - einmal sogar heftig - macht mir jedoch nichts aus. Teils kommt auch Wind dazu - ist nicht ‚gäbig‘ - Wind bin ich von meinen Trainingseinheiten jedoch gewohnt.


KM 38 sind erreicht, KM 50 sind erreicht. ...endlich KM 56 erreicht. Km 38 bis 56 lief gut, kam mir aber wie eine Ewigkeit vor. Weiter gehts! Erwin darf die nächsten 10 Kilometer nicht mitfahren. Er wartet nach dem Emmendamm auf mich. KM 62.5 erreicht. Meine Füsse sind nun definitiv nass. Marion (auch eine Rhone Runnerin und Finisherin des 100er in Biel) und Co. sind beim Verpflegungsposten. ...ab jetzt wird es hart, bzw. es ist gerade hart. Kopf ausschalten und probieren den zur Zeit sehr guten Rythmus weiter zu laufen.


Ich bin froh, dass es nun hell wird, das `tagut?. Ich hab genug von Dunkelheit. Die nächsten Kilometer laufen ebenfalls gut, sehr gut sogar! Das es sich sehr schnell ändern kann, erlebe ich bei KM 73.5 - ich will marschieren, nicht mehr joggen. Mein Betreungsteam vor Ort schafft es, mich zu motivieren!


KM 76.7 erreicht - bin gerade am leiden - die grösste Steigung steht an - puhh - unglaublich happig nach 76.7 Kilometer. Oben angekommen ‚rase‘ ich förmlich nach Arch - KM 81 geschafft. Es läuft wieder! Der Verpflegungsposten bei KM 87.5 ist erreicht. Ich merke nun, dass ich sehr schwere Beine habe und wahrscheinlich nicht mehr so schnell einen Rythmus finde, wenn ich ab jetzt stehen bleibe.


KM 88 erreicht, KM 91 erreicht, der zweitletzte Verpflegungsposten - Becher und Essen packen und weiter geht’s - nicht stehen bleiben! KM 93, KM 94, KM 95 erreicht. Ich seh den letzten Verpflegungsposten (KM 95.5) und entscheide mich, diesen auszulassen. Die ‚Standbetreiber’ fanden es wohl auch eine gute Idee. Applaus und die Bemerkung ‚genau so, genau so macht man das‘ krieg ich beim Vorbeilaufen mit.


KM 96, KM 97, KM 98, KM 99 erreicht. ...und dann, ja dann befinde ich mich plötzlich auf der Zielgeraden. Die Leute applaudieren, ich höre Marion, sie alle treiben mich auf den letzten Metern nochmals an. ...die letzte Kurve und ich laufe als 24. von 121 Frauen (5. in meiner Kategorie) in 11 Stunden 29 Minuten und 54 Sekunden in Biel über die Ziellinie. Der Rang ist mir so etwas von egal. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich mein Ziel, den 100er zum 2.x zu finishen, erreicht habe – ich hab’s geschafft!!


Laufend glücklich!

Rennbericht by Nadja Eyholzer

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